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Überzeugungstechniken
Gute Argumente zum richtigen Zeitpunkt
Von Georg Vetter
Marketing- und Verkaufstrainer
Andreas M. wundert sich. Das Gespräch
mit dem Kunden lief in der Anfangsphase wunderbar. Zur Auftragsvergabe,
so glaubt M., ist es nur noch ein kleiner Schritt. Nach zwei
Wochen will M. noch mal nachfassen und hört erstaunt, der Auftrag
ging an eine andere Druckerei. Warum? Was der Kunde dem Außendienstmitarbeiter
antwortet, klingt schwammig: Na ja, der Chef wollte eine andere
Druckerei, wir haben da kurzfristig noch ein anderes Angebot
bekommen. Ihr Angebot hat uns dann doch nicht so richtig überzeugt?
Die Liste der möglichen Ausflüchte ist lang.
Wie überzeugt man Kunden? Wie argumentiert
man richtig? Gibt es die Strategie für ein erfolgreiches
Verkaufsgespräch? Verkauf ist ein Überzeugungsprozeß, bei dem
der Verkäufer aktiv auf die verbalen und unterschwelligen Botschaften
seines Kunden reagieren muß. Das richtige Verhalten zum richtigen
Zeitpunkt bestimmt den Erfolg.
Gut vorbereitet?
"Bei mir läuft jedes Gespräch
nach dem gleichen Schema ab" , meint M: "Ich frage
nach: Steht was an? Wenn ja, kommen wir ins Gespräch, wenn nein,
mache ich mich auf den Weg zum nächsten Kunden." M. hat
in einem einzigen Punkt Recht. Für Verkaufsgespräche gibt es
einen festen Ablauf: Gesprächseröffnung, Bedarfsanalyse, Angebotsabgabe
und der Kaufabschluß lauten die vier Grundbausteine für das
Verkaufsgespräch. Bleibt M. bei seiner Strategie erhöht er höchtswahrscheinlich
sein Kilometergeld, die Kundenberatung verbessert er nicht.
Was sollte er also statt dessen tun? Folgende Fragen muß sich
der Verkäufer vor einem Gespräch selbst beantworten: Kenne ich
den momentanen Bedarf meines Kunden? Weiß ich genügend über
die derzeitige Markt- und Unternehmenssituation? Gab es Presseberichte,
die einen Aufhänger darstellen können? Wie wurden die bisherigen
Aufträge erfüllt? Gab es Komplikationen? Welche Informationen
habe ich über meinen Gesprächspartner (Neigungen, Hobby etc.)?
Je besser Sie auf den Termin vorbereitet sind, desto freier
können Sie im Gespräch auf Ihr Gegenüber eingehen und agieren.
Von Floskeln
zur Small-Talk-Kunst
Zur kreativen Gesprächseröffnung:
Leere Worthülsen und Standardformulierungen wie "Hallo,
wie gehts?"., "Entschuldigen Sie die Störung...",
"Ich war zufällig gerade in Ihrer Nähe..." sind kein
guter Start. Der Fehler: Solche Begrüßungen wecken keine Neugierde
und signalisieren Einfallslosigkeit. Steigen Sie daher ganz
individuell und kundennah in das Gespräch ein. Mögliche Stichwörter
dazu sind beispielsweise bauliche Veränderungen im Unternehmen,
positive Betriebsergebnisse, neue Mitarbeiter, Produktveränderungen,
Geburtstage etc. Formulierungen, die das Gespräch weiterführen,
eine positive Grundstimmung schaffen und das Interesse des Kunden
wecken, sind immer richtig.
Fragen
zuhören argumentieren
Was braucht Ihr Kunde wirklich?
Fragen sind das Universalinstrument für einen Verkäufer. Sie
zeigen den Bedarf und öffnen den Dialog. Sie beweisen damit
Interesse am Kunden und können Vorurteile und Meinungen erschüttern.
Je nach Situation können Sie mit
offenen oder geschlossenen Fragen, Suggestivfragen, Alternativ-,
Rück- und Kontrollfragen das Gespräch in eine bestimmte Richtung
lenken. Beispiel: "Frau Köhler, wie gefällt Ihnen der Vorschlag?"
Die Rückfrage gibt den Ruck zur endgültigen Entscheidung und
zeigt notwendigen Argumentationsbedarf. Ebenso können Fragen
eingesetzt werden, um Mißverständnisse vorzubeugen. ("Haben
wir alles besprochen? Habe ich Sie richtig verstanden, ...")
Natürlich können Sie auch Einwände Ihrer Kunden in Fragen umwandeln.
Stellen Sie sich folgende Situation vor: Ihr Kunde meint: "Ich
bin seit Jahren mit unserer Druckerei zufrieden. Es gibt keinen
Grund zu wechseln." Ihre mögliche Antwort: "Das heißt,
wenn ich mit Ihnen ins Geschäft kommen will, sollte ich Ihnen
ganz außergewöhnliche Vorteile bieten?" Ihr Kunde muß auf
dies Frage reagieren und seine Bedürfnisse konkret äußern.
Auch andere Situationen können
mit der richtigen Fragetechnik gemeistert werden. Beispiel:
"Ihre Konkurrenz liefert das Gleiche nur 10 Prozent billiger?",
erklärt Ihr Gegenüber. Mein Tip: Fragen Sie ihn zurück: "Wirklich
das Gleiche?" Aus der Reaktion merken Sie, ob er Sie bluffen
wollte oder nicht.
Ein Fehler, den auch erfahrene
Verkäufer immer wieder begehen ist die negative Fragestellung:
"Haben Sie kein Interesse? Entspricht das Angebot nicht
Ihren Vorstellungen?" Die Antwort darauf ist vorprogrammiert
und gibt keinen Spielraum für eine Richtungsänderung im Gespräch.
Wo ist der Kundennutzen?
Viele Verkäufer argumentieren,
ohne zu wissen, was der Kunde eigentlich möchte. Mein Tip: "Argumentieren
Sie erst, wenn Ihr Kunden Ihnen gezeigt hat, was ihn überzeugt."
Bei der Angebotsanalyse sollten Sie rein aus der Sicht des Kunden
sprechen. Welche Vorteile hat der Kunde durch Ihr Angebot? Merke:
Nicht der Kostenvoranschlag wird tatsächlich verkauft, sondern
der konkrete Nutzen. Setzen Sie dazu Ihr ganzes Fachwissen ein
und sehen Sie sich als Partner, der für den Kunden die richtige
Lösung kennt.
Verstärkereffekte
Sparsame Gesten, eine sorgfältige
Betonung, bedachte Sprechpausen, und eine aufmerksame offene
Körperhaltung geben Ihren Argumenten das richtige Gewicht. Wählen
Sie Ihre Worte mit Bedacht, formulieren Sie einfach und in kurzen
Sätzen. Dies wirkt länger als mancher Redeschwall.
Nicht vergessen
Hat der Kunde sich für Ihr Angebot
entschieden, gilt es, seine Entscheidung zu bestätigen und zu
verstärken. Konkret heißt das: Kognitive Dissonanzen abbauen!
Denn, Sie wissen aus eigener Erfahrung: Auch wenn eine Kaufentscheidung
gefallen ist, so quält häufig das Gewissen, ob man es auch richtig
gemacht hat. Überzeugen Sie Ihre Kunden auch nach Vertragsabschluß
von der Qualität Ihrer Leistung. So bleibt der Auftrag keine
Eintagsfliege.
Der
Autor
Georg
Vetter, Vetter-Training, ist Marketing- und Verkaufstrainer
für die Verlags, Druck- und Medienbranche. Er coacht seit 1990
äußerst erfolgreich die Mitarbeiter namhafter Unternehmen.
Für Ihre Resonanz
zum Beitrag:
Vetter-Training, Telefon (0 67 42) 87 65-0, Fax (0 67 42) 87
65-22
E-Mail: info@vetter-training.de
Pressekontakt:
Carola Notter, Vetter-Training, (0 67 42) 87 65-0, Fax (0
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E-Mail: notter@vetter-training.de
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